Zyklusoptimierung und -monitoring

Livestylefaktoren

Wichtigste therapeutische Intervention bei Kinderwunsch ist die Ausschaltung negativer Livestylefaktoren wie Übergewicht und Rauchen, da diese Faktoren alleine bereits die monatliche Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Schwangerschaft im Vergleich zum normalen Durchschnitt um 50% reduzieren können. Aber auch Mangel an Vitaminen und Spurenelementen, der Fleischkonsum, die Immission von Feinstaub, Schwermetallen und so genannten chemischen Disruptoren bzw. Weichmachern, Hitze, elektromagnetische (z.B. Handy) und radioaktive Strahlung und chronische Infektionen können die Fertilität negativ beeinflussen.

Zyklusmonitoring

Ist der Zyklus gestört und Follikelmonitoring oder Hormonstatus lassen erkennen, dass kein oder zumindest kein zeitgerechter Eisprung erfolgt, kann der Eierstocksstoffwechsel mit Medikamenten beeinflusst werden. Niederschwellig kann dies bereits mit pflanzlichen Präparaten, z.B. Mönchspfeffer (Agnus castus) gelingen. Die Wirksamkeit der Therapie ist dann an einer Verbesserung der Regelmäßigkeit des Zyklus erkennbar. Dabei ist es sinnvoll, einen Zykluskalender zu führen, in dem die Blutungstage, ihre Stärke, ggf. bestehende Schmerzen und die Tage, an denen Geschlechtsverkehr stattfindet, eingetragen werden. Sinnvoll ergänzen lässt sich dies um Eintragungen der morgendlichen Körpertemperatur und der Konsistenz des Scheidensekrets. Die Messung der Körpertemperatur sollte immer zur gleichen Zeit direkt nach dem Erwachen erfolgen und ist abhängig von einem möglichst regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus, also nicht geeignet bei Schichtdienst, nach Party mit Alkoholgenuss, häufigem nächtlichen Aufstehen, unterschiedlicher Schlafdauer usw.. Alternativ lässt sich die Temperatur mittels eines kommerziellen Systems (Ovularing) kontinuierlich messen. Das Scheidensekret verändert seine Konsistenz im Zyklusverlauf. Die Reifung des Eibläschens (Follikelphase) ist begleitet von wässrig klarem Sekret. Wird ein Eibläschen sprungreif, lässt sich in der Regel zwischen zwei mit Scheidensekret benetzten Fingerkuppen ein Schleimfaden von mehreren Zentimetern Länge ziehen. Nach Entstehung eines Gelbkörpers (Lutealphase) findet sich ein rahmig weißes (Fluor albus) bis gelbes Sekret. Der Zyklusverlauf kann auch mit Hormonmessungen im Blut oder im Urin überprüft werden, wie dies mit kommerziellen Ovulatiosstests geschieht. Der optimale Zeitpunkt für gezielten Geschlechtsverkehr ist ca. 20 Stunden vor dem Eisprung.