Social Freezing

Das Einfrieren von Eizellen wurde für junge Frauen mit Krebs entwickelt, um auch nach einer Chemotherapie noch ein genetisch eigenes Kind bekommen zu können, denn die Bestrahlung von Eierstöcken und Gebärmutter kann zu Unfruchtbarkeit führen. Auch wenn eine Schwangerschaft eintritt, haben Frauen nach Strahlentherapie ein höheres Risiko für Fehl- und Frühgeburten, weil das genetische Material beschädigt und Elastizität und Durchblutung der Gebärmutter reduziert sind. Bei der Vitrifikation werden Eizellen in flüssigen Stickstoff von -196°C getaucht und dadurch in einen glasartigen (amorphen) Zustand ohne Kristallbildung überführt. So kann die Zelle über Jahrzehnte sicher gelagert werden. Nachteil der Vitrifikation ist die Notwendigkeit von Gefrierschutzmitteln (z.B.  Dimethylsulfoxid), die zelltoxisch sind. Der Erfolg hängt hauptsächlich vom Alter der Frau bei der Entnahme ab: Mit 30 Jahren ist noch 2/3 der Eizellen entwicklungsfähig, mit 40 nach 10-20%.

Social Freezing bezeichnet das Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinischen Grund, z.B. wegen aktuelle fehlendem Partner oder beruflicher Entscheidungen. Mädchen werden mit 1-2 Millionen Eizellen geboren, wovon in der Pubertät noch rund 400.000 übrig sind. Pro Jahr verliert verliert die Frau rund 10000-20000 Eizellen. Deren Qualität nimmt zusätzlich mit der Alterung ab. Die Fruchtbarkeit der Frau sinkt so bereits ab Mitte 20. Mit über 40 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft unter 5 %.

Social Freezing soll Frauen, die ihren Kinderwunsch aktuell nicht erfüllen können, altersunabhängig größere Chancen auf eine Schwangerschaft geben. Insbesondere Frauen zwischen 35 und 38 Jahren entschließen sich derzeit für Social Freezing. Wegen der zu erwartenden Erfolgswahrscheinlichkeit hinsichtlich der Geburt eines gesunden Kindes, wäre es jedoch sinnvoll, die Eizellen bereits zwischen 25 und 30 Jahren entnehmen und einfrieren zu lassen.