Sensate Focused Sexual Therapy

Masters und Johnson legten den Grundstein für einen theoretischen Ansatz in der Behandlung von sexuellen Fehlfunktionen und –verhalten. Die sensate focused sexual therapy bietet eine Abfolge spezifischer Übungen für Paare. Ihr Ansatz zielt auf eine verbesserte Wahrnehmung eigner und der Bedürfnisse des Partners. Die Partner werden dazu angeleitet, ihre sensuellen Erfahrungen wahrzunehmen statt nur einen Orgasmus anzustreben. Dazu wird gezielt die Art der Berührung und die Wahrnehmung derselben geschult. Die Partner lernen, zugleich eine verbale Form der Kommunikation über sexuelles Befinden und die eigenen Empfindungen.

Der Therapeut hat dabei die Aufgabe, die Zeit der Zuwendung und die Art der Berührung zu steuern und das Paar bei der Evaluation ihrer Erfahrungen zu unterstützen. Zwischen den Sitzungen erhalten die Paare Hausaufgaben, um Gelerntes zu üben und neue Erfahrungen zu machen.

Die Übungen werden nach einem bestimmten Ablauf präsentiert, um die Wahrnehmung für das angenehme Empfinden zu schärfen, die eine Berührung der Haut auslöst, die Textur derselben zu erkennen und was dem Berührenden als Besonderheiten auffällt. So werden zunächst Brüste und Genitalien von einer Berührung ausgeschlossen und es besteht Kohabitationsverbot.

Im weiteren Verlauf werden die Brüste mit in die Übungen einbezogen und der Rezipient führt den Partner, um ihm ein Gefühl für die als angenehm empfundene Geschwindigkeit und Kraft der Berührung zu vermitteln, weiter unter Ausschluss der Genitalien.

Erst im fortgeschrittenen Therapieverlauf werden die Genitalien in den Ablauf der Berührungen einbezogen. Ziel bleibt die Lernerfahrung in Bezug auf Berührung und Bedürfnis der Partner. Der Vollzug des Verkehrs folgt erst zum Abschluss der Therapie.

Die Therapie gilt als erfolgversprechend bei Störungen der weiblichen und männlichen Kohabitationsfähigkeit wie Vaginismus und erektiler Impotenz.

(Hinweis: Bei der sexualmedizinischen Behandlung handelt es sich um eine individuelle Gesundheitsleistung, für die kein Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung besteht.)