Röteln

Eine Rötelnerkrankung während der Schwangerschaft ist eine medizinische Indikation für eine Schwangerschaftsunterbrechnung. In den ersten acht Wochen der Schwangerschaft führt eine Rötelninfektion in 90 % der Fälle zur Schädigung des Feten, im zweiten Trimenon noch in 25–30 %. Folgen sind Fehlgeburt, Frühgeburt oder die Kombination aus Fehlbildungen in Form des Gregg-Syndroms: Herzfehlern (offener Ductus Botalli, Septumdefekte und Fallot-Tetralogie), Trübung der Linse der Augen und Innenohrschwerhörigkeit. Ab der 20. Schwangerschaftswoche wird meist eine isolierte Taubheit auslöst. Folgen sind weiter niedriges Geburtsgewicht, Blutungsneigung aufgrund verminderter Blutplättchen, Enzephalomeningitis, Leberentzündung, Vergrößerung von Leber und Milz, Herzmuskelentzündung und verminderter Kopfumfang. Daher sollte der Rötelnstatus bereits vor der Schwangerschaft geklärt und gegebenenfalls die Impfung aufgefrischt werden, wenn nicht zwei Impfungen sicher (durch Eintrag im Impfpass) dokumentiert sind. Bei negativem Immunstatus muss eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft in der 22.SSW ausgeschlossen werden.