Ovulationshemmung durch die „Pille“

Die Geburtenkontrolle liegt durch die hormonelle Verhütung mittels „Pille“ seit über 50 Jahren fast ausschließlich in den Händen der Frau.  

Ursache ist ein im Gegensatz zur hormonellen Verhütung beim Mann gut überprüfbares, nebenwirkungsarmes und sehr sicheres Anwendungssystem mit zum Teil gewünschten Nebenwirkungen der hormonellen Verhütung bei der Frau.

Prinzip der hormonellen Empfängnisverhütung ist die Ovulationshemmung durch Applikation von Gestagenen. Diese verändern auch den Gebärmutterhalsschleim, die Gebärmutterschleimhaut und die Eileiterbeweglichkeit so, dass keine Empfängnis möglich ist.

Um zyklische Periodenblutungen zu gewährleisten, muss das Gestagen mit Östradiol oder Ethinylestradiol kombiniert werden. Die Applikation kann durch die Haut (Nuva-Vaginalring, Evra-Pflaster) oder über den Magen-Darm-Trakt erfolgen.

Die Östrogene regen den Leberstoffwechsel an. Gerinnungsfaktoren werden vermehrt produziert, was zu verstärkter Blutgerinnbarkeit führen kann. Deshalb ist bei Anwendung von Kombinationspillen (besonders anfangs) mit (je nach Wirkstoff bis zu 12-fach) erhöhter Thrombose-, Embolie-, Herzinfarkt- und Hirnschlaggefahr zu rechnen. Dies gilt besonders bei Beginn der Anwendung und bei Raucherinnen, ist aber auch von Alter, Gefäßstatus, Gewicht, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheit und genetischer Disposition abhängig! Im Fall einer Schwangerschaft steigt das Risiko jedoch bis zu 20-fach.

Um im Bedarfsfall schnell geeignete medizinische Hilfe zu suchen, ist es wichtig, die typischen Symptome der häufigsten thromboembolischen Erkrankungen zu kennen!

  • Beinvenentrombose: Einseitige Beinschwellung, Schmerzen bes. beim Gehen, bläuliche Hautfärbung
  • Lungenembolie: Atemnot, Brustschmerzen bes. beim Atmen, Kreislaufstörungen, Herzrasen, Husten
  • Herzinfarkt: Engegefühl in der Brust, Schmerzen oft ausstrahlend (Arm), Kreislaufstörungen
  • Hirnschlag: Sensibilitätsstörungen, einseitige Lähmung, Kopfschmerz, Seh-/Sprechstörungen

Lesen Sie dazu auch das "Rote Hand"-Schreiben zum Thrombose-Risiko bei kombinierter hormonellen Kontrazeptiva.