Oraler Glucose Toleranz Test

Der mit der Nahrung aufgenommene Traubenzucker wird mit Hilfe des Hormons Insulin (aus den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse) in die Körperzellen transportiert. Fehlt Insulin, steigt der Blutzuckerspiegel inadäquat an, dennoch „hungern“ die Zellen. Der "orale Glukosetoleranztest" (OGTT) zeigt, ob dieser Mechanismus gestört ist und wie stark und wie lange der Blutzucker nach Trinken einer definierten Zuckerlösung steigt. Er hilft so, Schwangere mit erhöhter Gefährdung für Typ-2-Diabetes oder manifestem Diabetes zu erkennen. Dazu trinken Sie nach 10 Stunden Nahrungskarenz 75 g Glucose in 250 ml Wasser. Zuvor sowie nach ein und zwei Stunden wird der Blutzucker im Plasma bestimmt. Die gemessenen Blutzuckerwerte überschreiten bei Gesunden nicht folgende Grenzwerte: Nüchtern 95 mg/dl, nach einer Stunde 180 mg/dl, nach zwei Stunden 155 mg/dl. Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge wurde in Deutschland ein vereinfachter Suchtest ohne Nüchternkontrolle für die Durchführung in der 24. Schwangerschaftswoche eingeführt, bei dem die Schwangere 50 g Glukose gelöst in 200 ml Wasser trinkt. Werden nach einer Stunde auffällige Werte > 140 mg/dl gemessen, erfolgt in der Regel zur Bestätigung ein voller OGTT. In USA wird der OGTT mit 100 g Glucose und vier Messwerten über drei Stunden empfohlen.