Metformin und Clavella

Weitere Substanzen, die den Eierstocksstoffwechsel in Richtung auf zeitgerechte Ovulationen positiv beeinflussen können, sind Metformin und Myoinositol.

Metformin blockiert die Aufnahme von Glucose aus der Nahrung im Darm. Es ist deshalb zugelassen zur Behandlung bei Blutzuckererkrankung. Ein gestörter Zuckerstoffwechsel z.B. bei Insulinresistenz und Diabetes mellitus kann ebenso wie Untergewicht und Übergewicht (wenn auch über verschiedenen Mechanismen) die regelrechte Ausreifung von Eibläschen verhindern und sollte deshalb adäquat behandelt werden. Neben Insulin sind auch Glucagon, Leptin und Distickstoffmonoxid Regulatoren des Zucker- und Fettstoffwechsels. In dem Maße, wie die Fettdepots des Körpers reduziert werden, nimmt auch die Konzentration des Leptins im Blutkreislauf ab, was wiederum eine Zunahme des Appetits bewirkt. Bei Übergewichtigen besteht oft eine Leptinresistenz und dementsprechend ein ständiges Hungergefühl. Durch die Interaktion mit dem Leptinstoffwechsel können Metformin und Myoinositol besonders bei Frauen mit Übergewicht einen positiven Einfluss auf die Eibläschenreifung und Ovulation haben. Während Myoinositol nebenwirkungsarm ist, sollte die Behandlung mit Metformin unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen, nicht zuletzt, da es dosisabhängig erhebliche Nebenwirkungen hat.

Bei starken Gewichtsveränderungen, erheblichem Unter- oder massivem Übergewicht kann der Rhythmus der Ausschüttung von Gonadotropin releasing Hormon (GnRH) blockiert und die Ansprechbarkeit der  Gonatotropine produzierenden Zellen der Hypophyse gehemmt werden. Bei Essstörungen kann so ein dauerhafter Gonadotropinmangel resultieren, der die Ausreifung von Eibläschen im Eierstock verhindern kann. Ergebnis sind sehr seltene oder langfristig ausbleibende Periodenblutungen.

Im Vordergrund sollte die ursächliche Behandlung, also die Normalisierung des Gewichts stehen. Bei Übergewicht erfolgt dies vorzugsweise durch kontrollierte Ernährung in Verbindung mit Ausdauersport. Bei Untergewicht sollte zunächst ebenfalls eine Gewichtsnormalisierung erfolgen. Bleibt der Rückkoppelungsmechanismus im Zwischenhirn langfristig gestört, wie dies z.B. bei Essgestörten häufig zu beobachten ist, muss die Behandlung dann mittels Injektion der Gonadotopine (hormonelle Stimulationsbehandlung) unter sorgfältiger Therapiekontrolle erfolgen.