Listeriose

Listeriose wird durch mit Listeria monozytogenes verunreinigte Nahrungsmittel z.B. Rohmilch übertragen. Das klinische Bild ist sehr variabel und hängt vom befallenen Organsystem ab. Deshalb erfolgt eine wirksame Antibiotikatherapie häufig zu spät. Bei Lebensmittelinfektionen treten beim Menschen meist zunächst Durchfall und Bauchschmerzen auf, gefolgt von einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute mit zentralnervöse Störungen wie Lähmungen, Zittern und Benommenheit. Seltener sind lokale Wundinfektion und Entzündung der Binde- und Hornhaut des Auges. Schwangere haben im Vergleich zu Nichtschwangeren ein etwa 12-fach höheres Risiko, an einer Listeriose zu erkranken. Während in der Regel nur ein grippeähnlicher kurzer Fieberschub auftritt, kommt es selten zu einer Entzündung des Mutterkuchens und Infektion des ungeborenen Kindes (konnatale Listeriose), die Abort, intrauterinen Fruchttod oder Frühgeburt verursacht. Bei einer Infektion des Kindes unter der Geburt kann sich das Bild einer Listeriosis infantiseptica entwickeln mit oft schlechter Prognose v.a. bei frühem Einsetzen der Infektionssymtome. Häufig kommt es zu Sepsis, Hirnhaut- und Lungenentzündung). Die Sterblichkeit beträgt 25-35%. Bei bekanntem Infektionsrisiko kann der Immunstatus der Mutter bereits vor einer Schwangerschaft bestimmt und während der Schwangerschaft in jedem Trimenon kontrolliert werden.