Lichen sklerosus / Vulvovaginale Atrophie

Lichen sklerosus ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut mit Autoantikörper-vermittelter Genese (in 75% der Fälle sind IgG-Autoantikörper gegen das extrazelluläre Matrixprotein-1 nachweisbar) und vorwiegend genital lokalisiert. Die extragenitale Form tritt nur in ca. 10 bis 15 % der Fälle auf. Symptomatisch ist die porzellanartige Weißfärbung und sklerotische Umwandlung (Verhornung) der betroffenen Haut zu pergamentartiger Konsistenz durch Sklerose des unter der obersten Hautschicht liegenden kollagenen Bindegewebes. Die sich daraus entwickelnde Atrophie (Gewebsschwund) ist bei Frauen durch Schrumpfung von Schamlippen, Klitoris und Klitorisvorhaut gekennzeichnet.

Im Gegensatz zum Lichen sklerosus ist die vulvovaginale Atrophie die Rückbildung der Wand der Scheide (Kollagenfasern, Scheidenepithel) und der Epithelfalten bis zu einer glatten Oberfläche. Ursache ist zumeist der natürliche Östrogenmangel nach der Menopause. Typischen Beschwerden sind Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).

Therapeutisch werden bei der vulvovaginalen Atrophie lokale Estrogenapplikation (Estriol), beim Lichen sklerosus auch topische Cortikosteroide und Immunsuppressiva (mit mäßigem Erfolg) eingesetzt.