In Vitro Fertilisation (IVF)

Sind die Eileiter so verändert, dass eine operative Korrektur wenig aussichtsreich erscheint, besteht eine Endometrioseerkrankung mit konsekutiv gestörtem Spermientransport, kann auch bei wiederholtem Follikelmonitoring keine Ovulation des reifen Eibläschens beobachtet und eine vermehrte Rigidität der Eierstockshülle histologisch nachgewiesen werden oder blieben alle Maßnahmen der Behandlung auf natürlichem Weg erfolglos, sind dies Indikationen für die Durchführung einer Behandlung mittels Befruchtung außerhalb des Körpers durch In Vitro Fertilisation (IVF).

Bei der IVF werden unter Berücksichtigung des Monatszyklus Hormone (Gonadotropine) gespritzt. Hierzu dienen, je nach den zuvor im Rahmen der Diagnostik ermittelten hormonellen Problemen der Frau, verschiedene Protokolle. Grundsätzlich bestehen alle Protokolle aus der Stimulation der Eierstöcke zur Bildung mehrerer Eibläschen, der Unterdrückung der steuernden Regulation der Hypophyse, durch die ein Wachstum mehrerer Eibläschen verhindert würde und die Auslösung des Vorgangs, der zum Eisprung führt (Auslösespritze). Beim langen Agonistenprotokoll wird die Regulation der Hypophyse bereits im Vorzyklus ausgeschaltet, beim kurzen Agonistenprotokoll zu Beginn des Behandlungszyklus und beim Antagonistenprotokoll erst, sobald die größten Eibläschen auf über 13 mm Durchmesser herangewachsen sind. Zur Stimulation der Eierstöcke stehen heute Hormone (FSH, LH, HMG) zur Verfügung, die aus dem Urin von Frauen nach den Wechseljahren gewonnen oder gentechnisch hergestellt wurden. Außerdem kann in Ausnahmefällen die Stimulation auch mit dem Antiöstrogen Clomifencitrat erfolgen. Die Auslösung des Eisprungs erfolgt je nach den zuvor verwendeten Medikamenten durch das Schwangerschaftshormon ß-HCG oder Gonadotropin-Releasing-Hormon.

Die Reifung kann mittels Ultraschall oder kombiniert mit Hormonmessungen im Blut überwacht werden. In der Regel wird versucht, einen „normalen“ zeitlichen Zyklusverlauf mit einer follikulären Reifung von 14 Tagen zu erreichen. Dies macht eine Überwachung des Eibläschenwachstums mittels Ultraschall in 2-3-tägigen Abständen nötig. Haben zumindest drei der Eibläschen einen ausreichenden Reifegrad entwickelt, wird der Eisprungvorgang medikamentös ausgelöst, damit sich die wandständig geborgene Eizelle löst. Dann muss innerhalb von 34-38 Stunden die Follikelpunktion erfolgen, da sonst die Eibläschen kollabieren und die Eizellen in die Bauchhöhle verloren werden.