Hormontherapie

Der Eierstock produziert in den kleinen Eibläschen Testosteron. Dieses wird im reifenden Follikel zum weiblichen Sexualhormonen Estradiol und bei dessen Abbau z.B. in der Leber zu Estriol und Östron verstoffwechselt. Durch Erschöpfung der Eizellreserve sinkt ab den Wechseljahren die Produktion von Östrogenen. Östrogenmangel vermittelt u.a. Beschwerden wie Niedergestimmtheit, Scheidentrockenheit, Hitzewallungen, sexuelle Luststörung und Blasenschwäche. Wichtiger aber ist die reduzierte Regeneration von Knochengewebe.

Dehydroepiandrostendion (DHEA) ist ein Vorläufer der Synthese männlicher wie weiblicher Geschlechtshormone. Die Konzentration von DHEA im Körper sinkt im Alter drastisch. Bei Zufuhr von DHEA wurden positive Auswirkungen auf die Muskelmasse, Haut und Gedächtnis beschrieben. Prospektive Studien konnten einen sichern positiven Effekt auf die Lebensdauer  jedoch nicht beweisen.

Hormongaben können möglicherweise auch negative Auswirkungen haben. So steht die langfristige (>15 Jahre) Einnahme weiblicher Hormone im Verdacht, das Risiko für ein Tumorwachstum (v.a. Brustkrebs) zu erhöhen. Die Zufuhr von Testosteron bei Männern fördert die Entstehung von Prostatakrebs.

Jedoch kann unter Wertung der wissenschaftlichen Datenlage festgestellt werden, dass vorzeitige Erschöpfung speziell der Sexualhormonproduktion zahlreiche negative Folgen für den Stoffwechsel hat. Deren Substitution ist bei Frauen mit einer Verbesserung von Durchblutung, Blutdruckregulation und Zellregeneration verbunden. Insbesondere bei der transdermalen Therapie mit bioidentischen Hormonen ist der Nutzen weit größer, als die vermuteten Risiken. Hormonersatz verbessert den Knochenstoffwechsel und lindert oft orthopädische Beschwerden. Die Reduktion von Frakturen im höheren Alter ist wissenschaftlich gesichert. Weitere Effekte scheinen die Vorbeugung vor Demenzerkrankungen und Darmkrebs zu sein. Die deutlichsten positiven Wirkungen ergeben sich jedoch in den Bereichen Aktivität, Sexualität,  Wohlbefinden, Hautalterung und Linderung klimakterischer Beschwerden.

Wenn Sie auf HRT verzichten, sollten Sie auf gesunde Ernährung, Zufuhr von Vitamin D und Calcium und Ausdauersport Wert legen.