Gametenspende

Als Gamenten werden die männlichen und weiblichen haploiden Keimzellen bezeichnet, durch deren Verschmelzung und im weiteren Verlauf Zellteilungen der menschliche Embyo entsteht. Fehlt bei einem Wunschelternpaar einem der Partner die Möglichkeit zur Zeugung wegen fehlender Keimzellen, so kann die Elternschaft nur durch eine Keimzellspende oder durch Adoption realisiert werden. Diese Situation kann sich nicht nur durch Erkrankungen oder in Folge notwendiger medizinischer Behandlungen, sondern auch ohne erkennbare medizinische Begründung oder für homosexuelle Beziehungen stellen. Historisch bedingt ist in Deutschland zwar die Samenspende erlaubt, die Eizellspende jedoch verboten – eine Situation für die sich aktuell wohl kaum mehr ein gesellschaftlicher Konsens finden würde. Die Leihmutterschaft ist ebenfalls verboten. Das mit Fremdsamen gezeugte Kind gilt in Deutschland gemäß § 1592 Nr. 1 BGB als legitimes Kind des Ehemannes oder Partners der Mutter, der die Vaterschaft anerkannt hat. Das Kind kann seine Ehelichkeit nach § 1600, § 1600d BGB aber innerhalb einer Frist von 2 Jahren ab dem 18. Lebensjahr oder ab Kenntnis von seiner Zeugung durch eine Samenspende anfechten. Hat der Ehemann der Samenempfängerin in die Behandlung mittels Samenspende eingewilligt, ist er nicht anfechtungsberechtigt; auch die Mutter ist es nicht. Jedoch ist die rechtliche Situation des Spenders insbesondere in lesbischen Beziehungen in Deutschland ungeklärt. Die rechtlichen Regelungen sind teilweise widersprüchlich, eine Neufassung ist geplant.

In jedem Fall sollte vor dem Entschluss zu einer Gamentenspende ausreichende psychosoziale Beratung erfolgen. Federführend ist hier das Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland (BKID). Als Basis für die Auseinandersetzung mit dem Problem der geteilten – biologischen und sozialen – Elternschaft kann die Leitlinie Gamentenspende dienen, wie sie auf der Homepage von BKID e.V. veröffentlicht ist. Wenn Sie entsprechende Beratung wünschen, sprechen Sie mich bitte an.