Follikelpunktion

Bei der Follikelpunktion werden Ultraschall gesteuert die Eierstöcke dargestellt und mittels Nadelpunktion die Flüssigkeit, die in den Eibläschen enthalten ist, abgesaugt. In dieser Flüssigkeit können dann im Labor unter mikroskopischer Betrachtung die Eizellen isoliert und in Zellkultur aufgenommen werden. In der Zellkultur werden die Eizellen mit ausreichend Spermien in Kontakt gebracht, damit der Vorgang der Befruchtung als Eigenleistung der Keimzellen erfolgen kann. Nach ca. 20 Stunden kann an den Eizellen die Kondensation der Chromosomen in zwei Vorkernen getrennt von väterlicher und mütterlicher Herkunft als frühestes Zeichen der Befruchtung beobachtet werden. Der Eingriff der Follikelpunktion erfolgt in Kurznarkose nüchtern als ambulanter Eingriff, erfordert eine Nachbeobachtung von 2 Stunden und löst Arbeitsunfähigkeit für einen Tag aus. Der Eingriff hat ein sehr geringes Risiko von Verletzungen, Blutungen und Infektionen. Durch die hormonelle Behandlung im Rahmen der Stimulation zum polyfollikulären Wachstum der Eibläschen vergrößern sich vorübergehend die Eierstöcke massiv und es treten viel höhere Konzentrationen an Sexualhormonen im Blut auf, als unter normalen physiologischen Bedingungen. Dies kann zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen und einer erhöhten Gerinnbarkeit des Blutes und dadurch zur Thrombosegefahr (Überstimulationssyndrom, OHSS) führen. Treten diese Beschwerden mit zunehmender Stärke auf, so ist gegebenenfalls auch eine stationäre Behandlung erforderlich, da der Verlauf der Störung unbehandelt lebensgefährlich werden kann.