Empfängnismindernde Faktoren

Besteht nach den erhobenen anamnestischen Daten die Vermutung, dass eine Störung des Zeugungsvorgangs ursächlich für die ungewollte Kinderlosigkeit sein könnte, sollten weitere die Empfängnis mindernde Faktoren ausgeschlossen und die Tubenfunktion untersucht werden. Dazu gehören:

  • Ausführliche Hormondiagnostik bei der Frau mit mehreren Messungen entlang des Zyklus
  • Untersuchung von Scheide, Gebärmutterhalsschleim, Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken durch gynäkologischen Untersuchung und Vaginalultraschall
  • Beobachtung der Follikelreifung und des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut mittels mehrfachem Vaginalultraschall (Follikelmonitoring) entlang des Periodenzyklus
  • Untersuchung der männlichen Genitalorgane durch einen Andrologen, des Ejakulats und bei Einschränkungen auch des Hormonstatus beim Mann
  • Untersuchung des Spermientransports durch den Gebärmutterhals zum Ausschluss von Antikörpern, die die Spermien zurückhalten
  • Serologische Basisdiagnostik zum Ausschluss chronischer Infektionen wie Chlamydien, Ureaplasmen, HIV und Hepatitis sowie ausreichender Immunität gegen Röteln, ggf. auch Windpocken und andere Infektionskrankheiten

Bestehen Hinweise für eine Tubenfunktionsstörung, sollte eine invasive Diagnostik mit Prüfung der Durchgängigkeit der Eileiter für eine wässrige Farbstoff- oder Kontrastmittellösung erfolgen.

In jedem Fall ist jedoch vor einer operativen Maßnahme ein Spermiogramm des männlichen Partners anzufertigen, da in 40% aller Fälle männliche Fertilitätsstörungen führend die ungewollte Kinderlosigkeit begründen.