Diagnostik

Die wichtigste ärztliche diagnostische Maßnahme ist stets das Anamnesegespräch. Durch die ausführliche Erhebung der Anamnese alleine ergibt sich in bis zu 70% aller gesundheitlichen Störungen bereits eine zielgerichtete Verdachtsdiagnose. Diese muss natürlich noch durch entsprechende weitere Untersuchungen untermauert werden.

Bei bisher noch nicht erfülltem Kinderwunsch ist von zentraler Bedeutung, über welchen Zeitraum regelmäßig 2-3 mal pro Wochen ungeschützter Geschlechtsverkehr unter Einschluss der empfängnisfähigen Tage in Zyklusmitte praktiziert worden ist. Weiter wichtig ist, ob regelmäßige Periodenzyklen von 27-31 Tagen Dauer bestehen. Bei einer durchschnittlichen menschlichen Schwangerschaftswahrscheinlichkeit von 15% pro Monatszyklus ist eine Fertilitätsstörung erst nach 12 Monaten ungeschützten Verkehrs festzustellen. Nach 24 Monaten sinkt die weitere Schwangerschaftswahrscheinlichkeit ohne Therapie auf unter 1 % pro Monatszyklus.

Zu unterscheiden ist zwischen Paaren, bei denen eine einmal eingetretene Schwangerschaft - erkennbar an einem positiven Schwangerschaftstest - sich nicht weiter entwickelt und als Fehlgeburt endet und solchen bei denen keine Schwangerschaft eintritt. Letztere profitieren besonders von den Behandlungsmethoden der Reproduktionsmedizin.

Haben Sie sich grundsätzlich entschieden, eine Behandlung zur Herbeiführung einer Schwangerschaft in Anspruch zu nehmen, muss mittels eingehender medizinischen Diagnostik herausgefunden werden, ob eine Zeugungsstörung vorliegt, die mit den Methoden der Kinderwunschbehandlung mit hinreichender Aussicht auf Erfolg behandelt werden kann und ob nach menschlichem Ermessen die Befruchtung auf natürlichem Weg im Körper stattfinden kann oder ob es notwendig erscheint, die Befruchtung unter Umgehung des Transports durch die Eileiter außerhalb des Körpers stattfinden zu lassen, d.h. die Methoden der extrakorporalen Befruchtung anzuwenden.

Die Diagnostik kann je nach den erhobenen Befunden ergänzt werden durch Untersuchung der Blutgerinnung, genetische oder immunologische Diagnostik oder gar die Gewinnung einer Gewebeprobe aus dem Hoden.

Sollten Sie weitere Informationen brauchen oder sich unsicher sein, welche Maßnahmen bei Ihnen sinnvoll sind oder wie weit Sie auf dem Weg zur Kinderwunschbehandlung gehen möchten, berate ich Sie gerne.