Clomifen

Die Follikelreifung kann auch mit Clomifencitrat, einer antiöstrogen wirksamen Substanz, beschleunigt werden: Die hormonelle Regulation des Körpers wird getäuscht, indem Rezeptoren für Östrogen blockiert werden. Die Gehirnareale, die den Zyklus steuern, messen ständig die Konzentration an Östrogen im Blut. Dies dient u.a. dazu, eine Ausreifung mehrerer Eibläschen zugleich zu verhindern, da eine höhergradige Mehrlingsschwangerschaft in vormedizinischen Epochen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tod der betroffenen Frau und der Kinder bedeutet hätte. Wird dies blockiert, steigert die Hirnanhangsdrüse die Produktion von FSH, was oft eine Beschleunigung des Follikelwachstums bewirkt.

Die Behandlung trägt aber auch das Risiko der Ausreifung mehrerer Eibläschen zugleich und dadurch einer Mehrlingsschwangerschaft in sich. Deshalb muss die Behandlung sorgfältig geplant und mittels Ultraschall überwacht werden. Reifen mehr als 2 Eibläschen, sollte, bei mehr als 3 muss die Behandlung für diesen Zyklus abgebrochen werden. (Die meisten höhergradigen Mehrlingsschwangerschaften in Deutschland resultieren nicht aus reproduktionsmedizinischen Behandlungen sondern aus der schlecht kontrollierten Anwendung von Clomifencitrat). Clomifencitrat entfaltet seine Wirkung an verschiednen Gewebearten in unterschiedlicher Weise.

Bei manchen Anwenderinnen ist deshalb der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gestört, was gegen eine Fortsetzung der Therapie spricht. Außerdem gibt es statistische Hinweise, dass sich nach langer Anwendungsdauer des Medikaments die Wahrscheinlichkeit, im weitern Leben eine Eierstockskrebserkrankung zu entwickeln, erhöht. Deshalb wird die Behandlung heute auf diesbezüglich unbedenkliche 6 Zyklen beschränkt.