Blastozystenkultur

Durchschnittlich entwickeln sich in Zellkultur 20% der Pronukleuseizellen zu einnistungsfähigen Blastozysten. Untersuchungen zum Transfer in den Eileiter, die in der Anfangszeit der extrakorporalen Befruchtung gemacht wurden, legen nahe, dass der Prozentsatz in der natürlichen Umgebung des Eileiters höher wäre. Deshalb spricht vieles dafür, den Embryo so früh wie möglich in das mütterliche Milieu zurück zu transferieren. Dies erfolgt in manchen Zentren am 2., in anderen am 3. Entwicklungstag, ohne dass hierdurch ein signifikanter statistischer Unterschied nachgewiesen wurde. Für eine einnistungsbereite, in Zellkultur soweit entwickelte Blastozyste besteht eine signifikant höhere Schwangerschaftsrate, jedoch wurden bis zu diesem Entwicklungsstadium ja auch bereits 4 von 5 Pronukleuseizellen verloren.

Die Blastozystenkultur ist in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz von 1991 beschränkt. Das Gesetzt besagt, dass zum Schutz der Frau und aus Achtung vor dem sich entwickelnden menschlichen Leben so behandelt werden soll, dass nicht mehr Embryonen entstehen, als auch in derselbsen Behandlung transferiert werden sollen und begrenzt diese Anzahl auf 3.

Wird eine Blastozystenkultur gewünscht, werden deshalb in der Regel 4-6 Pronukleuseizellen zugleich kultiviert. Entwickeln sich davon mehr als eine zur Blastozyste, müssen diese zugleich oder nach Vitrifikation in nachfolgenden überwachten Monatszyklen der Frau zurück transferiert werden, von der die Eizelle stammt. Ein Arzt darf Embryonen nicht vernichten, da sie entwicklungsfähig zu menschlichem Leben sind. Dies muss vor einer eventuellen Blastozystenkultur so aufgeklärt und dokumentiert werden.