Amniozentese

Bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), die ab der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann, werden ca. 8-10 ml Fruchtwasser mit einer sehr dünnen Nadel durch die Bauchdecke unter ständiger Ultraschallkontrolle aus der Fruchthöhle entnommen. Die Amniozentese erfordert keine Narkose. Jedoch einige Tage Schonung nach dem Eingriff. Aus dem Fruchtwasser werden Zellen für die Chromosomenanalyse angezüchtet und vermehrt. Das Ergebnis der Chromosomenanalyse liegt nach etwa 10-14 Tagen vor. Auf Wunsch kann im Labor zusätzlich zur Chromosomenanalyse ein Schnelltest (‚FISH-Test, PCR-Schnelltest’) durchgeführt werden, der nach ein bis zwei Tagen eine Aussage bezüglich der häufigsten Chromosomenstörungen (13, 18, 21) und der Geschlechtschromosomen ermöglicht. Weiterhin wird im Fruchtwasser eine Eiweißbestimmung (Alpha-Fetoprotein, AFP) durchgeführt. Erhöhte AFP-Werte können Hinweis auf Spaltbildungen der Wirbelsäule oder der Bauchwand sein. Nach genetischer Beratung können in speziellen Fällen zusätzliche Untersuchungen bezüglich genetischer Erkrankungen wie z.B. Stoffwechselkrankheiten durchgeführt werden. Selten finden sich unklare Befunde ergeben, die weiterer Abklärung bedürfen. Das Fehlgeburtsrisiko durch die Fruchtwasseruntersuchung ist untersucher-und situationsabhängig und beträgt 0,25-5,7 %. 1-2 Tage nach dem Eingriff sollte eine Kontrolluntersuchung einen Abgang von Fruchtwasser ausschließen.